Barmherzigkeit

Was sind Werke der Barmherzigkeit?

Im Heiligen Jahr sollen die Gläubigen die „Werke der Barmherzigkeit“ neu entdecken. Das regt Papst Franziskus in seiner Bulle an. Eine alte Tradition, früher kannte jeder Christ die Liste auswendig, um sein eigenes Handeln davon leiten zu lassen, mittlerweile hat sich Staub über dieses Traditionswissen gelegt. Was sind die Werke der Barmherzigkeit?

„Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso“. Was das Lukasevangelium (3,11) beschreibt, ist einer der Grundzüge christlichen Handelns, das in der Tradition in die Werke der Barmherzigkeit entwickelt wurde. Man unterscheidet leibliche und geistliche Werke. Diese Werke sind aber weder moralisch zu verstehen, noch „erwirbt“ man sich damit die Gnade oder das Wohlwollen Gottes. Sie sind vielmehr Ausdruck eines Handelns, das der Nachfolge Jesu gemäß ist.

Die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit sind: Hungrigen zu essen geben, Obdachlose aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen, Tote begraben, Almosen geben. Daneben gibt es die sieben Werke der geistlichen Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnde beraten, Trauernde trösten, Sünder zurecht weisen, Beleidigen gern verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für die Lebenden und Verstorbenen beten.

Eingang in den Katechismus der Katholischen Kirche haben diese Werke unter der Nummer 2447 gefunden.

Quelle: Radio Vatikan


Du gehörst dazu
Ich höre dir zu
Ich rede gut über dich
Ich gehe ein Stück mit dir
Ich teile mit dir
Ich besuche dich
Ich bete für dich

Bei der Eröffnung des Elisabeth-Jahres am 18.11.2006 im Erfurter Dom hat Bischof Joachim Wanke „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ bekannt gegeben, die aus einer Umfrage im Bistum Erfurt, welches Werk der Barmherzigkeit heute besonders notwendig sei, entstanden sind. Dabei handelt es sich um „sieben Angebote, sich sehr konkret auf den Geist und die Gesinnung der heiligen Elisabeth einzulassen“, sagte der Bischof.

Auf dieser Seite werden die „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ vorgestellt. Außerdem finden sich Gedankenanstöße für die politische Praxis der Barmherzigkeit.

Die Graphiken auf den „Werke-Seiten“ stammen übrigens von Jugendlichen und wurden während eines Kurses im Jugendhaus St. Sebastian entworfen.

Das Seelsorgeamt des Bistums Erfurt hat zu den „Sieben Werken der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ ein Leporello unter dem Titel „Sei barmherzig wie der Vater im Himmel“ erstellt, der im Elisabeth-Jahr in den Gemeinden und an Interessierte verteilt wurde.