Jesus – die offene Tür der Barmherzigkeit

Christus Ich bin die Tuer
Das Bild zeigt den Eingang der Kirche im Kloster Hosios Lukas, Griechenland

Tagtäglich gehen wir wohl durch eine Vielzahl von Türen, durch Ein- und Ausgänge. Wir überschreiten Schwellen und wechseln Räume, wir gehen von außen nach innen und umgekehrt. Türen schützen, sie grenzen ab und zugleich verbinden sie.

Sich öffnen und verschlossen sein – das sind sehr wesentliche Grundhaltungen und so symbolisieren Türen immer auch unsere ganz menschlichen Lebenserfahrungen.

Mit dem gerade begonnenen Jahr der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus den Anstoß gegeben, dass in allen Diözesen sogenannte Pforten der Barmherzigkeit errichtet werden. In unserem Erzbistum sind diese besonderen Türen im St. Marien-Dom und in den Propsteikirchen in Kiel, Lübeck und Schwerin.

Die Pforten der Barmherzigkeit machen das Grundanliegen des Heiligen Jahres sinnlich erfahrbar. Papst Franziskus deutet sie so: „Die Tür der Barmherzigkeit Gottes ist zu jeder Zeit offen und kann alle aufnehmen. Man muss aber den Mut aufbringen, die Schwelle dieser Tür zu überschreiten.“

Diese göttliche Pforte der Barmherzigkeit ist vielmehr, als eine konkrete oder symbolische Tür, die jetzt zum Jahr der Barmherzigkeit eingerichtet wird. Jesus selbst ist diese Pforte der Barmherzigkeit und er lädt ein zu ihm in Beziehung zu treten. Jesus sagt von sich: „Ich bin die Tür; alle, die durch mich hineingehen, werden gerettet werden und hineingehen und hinausgehen und Weide finden.“ (Joh 10,9)

In einer Klosterkirche in Griechenland habe ich ein Kirchenportal gesehen, welches dieses Geheimnis „Jesus als Tür“ erfahrbar werden lässt: Wer hier eintritt kommt in Berührung mit einer Gemeinschaft von Glaubenden und mit der barmherzigen Liebe und Zuwendung Gottes. Wer durch diese Jesus-Tür wieder hinausgeht ist berufen, diese barmherzige Liebe konkret zu leben und zu bezeugen.

Foto und Text: Jens Ehebrecht-Zumsande, Referent für Katechese im Erzbistum Hamburg