Gott – barmherzig und gerecht

sandsteinrelief
Basler Münster, Luchartrelief, der Arme (PAUPER) und die Barmherzigkeit (MISERICORDIA) um 1170,
© Foto Erik Schmidt, Basel, Nr. 80

Im Baseler Münster ist auf einem Sandsteinrelief aus dem 12. Jahrhundert auf wunderbare Weise ins Bild gesetzt, was im Wort von der Barmherzigkeit Gottes zum Ausdruck kommt. Der Titel lautet: „Der Arme und die Barmherzigkeit“. Der Arme ist links im Bild zu sehen, abgemagert bis auf die Rippen. Leer blicken seine Augen in eine ungewisse Zukunft. Doch der Arme steht nicht alleine da: Eine Frau nimmt sich des Armen an und hat ein Herz für den Menschen in Not. Sie ergreift die rechte Hand des Armen und legt sie auf ihre Brust; so als würde sie damit sagen:

„Deine Not und deine Lebenssituation rühren mich im Innersten, bis tief in mein Herz.“

In diesem Bild lässt sich entdecken, dass echte Barmherzigkeit etwas Anderes ist, als oberflächliches oder kurzfristiges Mitleid. Die Barmherzigkeit lässt sich von der Not des Armen tief im Herzen anrühren. Wie im Bild zu sehen ist, folgt aus dieser empathischen Einfühlung der nächste Schritt. Die Barmherzigkeit führt den Armen aus dem Elend heraus und eröffnet ihm einen neuen Weg, sie zeigt eine neue Perspektive auf, so wie es der Zeigefinger deutlich macht!

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(Der Text ist entnommen: Jens Ehebrecht-Zumsande, Zärtlich und gewaltig ist Gott. © 2013, Kösel-Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH)